Niedrigzinsanleihen - ein zu vernachlässigendes Rentenpapier

Die Niedrigzinsanleihe ist ein Rentenpapier, welches sich in erster Linie durch einen Zinssatz kennzeichnet, der sich unterhalb des aktuellen durchschnittlichen Marktzinses für Anleihen mit vergleichbarer Laufzeit und Emittentenbonität bewegt.



Es handelt sich um ein festverzinsliches Wertpapier, welches in aller Regel an der Börse handelbar ist und mit verschiedenen möglichen Laufzeiten emittiert wird. Seit 2008 haben die Niedrigzinsanleihen aufgrund einer veränderten Besteuerung stark an Bedeutung verloren.

Merkmale und Eigenschaften

Das Hauptmerkmal der Niedrigzinsanleihe besteht darin, dass der Festzins geringer ist als bei anderen Anleihen, die der Anleger unter ansonsten gleichen Rahmenbedingungen erwerben könnte.


Natürlich würde kein Anleger eine solche niedriger verzinste Anleihe kaufen, wenn es nicht noch eine weitere Eigenschaft gäbe. Diese besteht im Ausgabekurs, der oftmals deutlich unter 100 Prozent liegt, wie es bei den meisten anderen Anleihen der Fall ist.


Der niedrigere Ausgabekurs, der zum Beispiel bei 80 Prozent liegen könnte, soll für den Anleger quasi den geringeren Zinssatz „ausgleichen“. Niedrigzinsanleihen sind allerdings seit 2008 kaum noch von Bedeutung, denn mit Einführung der Abgeltungssteuer wurde auch die Besteuerung von Kursgewinnen geändert. Vor 2008 entschieden sich vor allem Anleger für die Niedrigzinsanleihe, die eine steueroptimierte Geldanlage suchten. Denn während Zinsen bis dato stets steuerpflichtig waren, waren Kursgewinne ab einer Haltedauer von mehr als einem Jahr steuerfrei. Seit 2008 sind jedoch auch Kursgewinne ohne Einschränkung steuerpflichtig, sodass dieser ehemalige Vorteil der Niedrigzinsanleihen nicht mehr vorhanden ist.

Nullkupon-Anleihe als Sonderform

Eine Sonderform der Niedrigzins-Anleihe sind die Null-Kupon-Anleihen, die auch unter der Bezeichnung Zerobonds bekannt sind. Bei dieser Anleihe erhält der Anleger nicht nur einen Zins unter dem Marktniveau, sondern es werden gar keine Zinsen gezahlt. Um diesen Nachteil auszugleichen, werden auch die Null-Kupon-Anleihen zu einem Kurs von deutlich unter 100 Prozent ausgegeben. Auch bei den Zerobonds bestand der Sinn und Zweck vor 2008 darin, den großen Teil des Ertrages in Form der Kursgewinne steuerfrei zu vereinnahmen.

Nachteile der Niedrigzinsanleihe

  • Gesamtrendite geringer als bei anderen Anleihen mit ähnlichen Konditionen (Laufzeit, Emittent)
  • Steuervorteil seit 2008 nicht mehr vorhanden
  • nur noch eine geringe Auswahl am Markt

Für welche Anleger geeignet?

Nach dem Wegfall der Steuervorteile gibt es heute im Grunde keine Anlegertypen mehr, die besonders von der Niedrigzinsanleihe profitieren könnten.

Zusammenfassung Niedrigzinsanleihe

  • Anleihen mit einem Zinssatz, der zwischen 1-2 Prozent niedriger als bei vergleichbaren Angeboten am Markt ist
  • Ausgabekurs ist deutlich niedriger als 100 Prozent, was den geringeren Zinssatz ausgleichen soll
  • Zerobonds (Null-Kupon-Anleihe) sind Sonderformen der Niedrigzinsanleihen und sehen keine Zinszahlung vor
  • ehemalige Steuervorteile durch Niedrigzinsanleihen sind seit 2008 weggefallen, sodass die Anleiheform nicht mehr gefragt ist

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