Long und Short – kaufen oder verkaufen

Viele Trading Begriffe sind für Anfänger verwirrend und böhmische Dörfer. Kurz erklärt bedeutet es, wenn ein Trader long geht, dass dieser ein Währungspaar kauft und auf steigende Kurse setzt. Short hingegen bedeutet, dass der Trader ein Währungspaar verkauft hat, weil er auf fallende Kurse setzt.

Das Spekulieren auf steigende und fallende Währungskurse

Die beiden Begriffe Long und Short sind die Bezeichnungen für steigende Kurse (long) und fallende Kurse (short). Sie stammen ursprünglich aus der Optionsschein-Kennzeichnung: Damals hielten Käufer ihre Optionen entweder lang oder weit. Die Verkäufer oder Stillhalter saßen am kurzen Ende. Wenn heute ein Trader eine Longposition einnimmt, und somit auf steigende Kurse setzt, sitzt ihm gegenüber kein persönlicher Verkäufer mehr, sondern online entweder der Broker oder der Emittent. Sie sind dazu verpflichtet, dem Trader das Papier im Bruchteil einer Sekunde wieder anzunehmen – egal zu welchem Preis.

Daher sind die Begriffe Long und Short nur zwei weitere Namen für die Einnahme von Positionen – ähnlich wie mit den Begriffen „Bull" und „Call" Derivate auf steigende, und mit den Kennzeichnungen „Bear" und „Put" auf fallende Kurse bezeichnet werden.

Positionskennzeichnungen Long und Short

An der Börse werden mit den Tieren Bullen und Bären bestimmte Händlergruppen bezeichnet. Mit den Begriffen Call und Put werden die Wertpapiere gekennzeichnet und mit Long und Short die Einnahme einer bestimmten Position. Wer nun long spekuliert glaubt daran, dass die Kurse steigen und der Short-Käufer setzt auf das Gegenteil. Im Aktienmarkt sind die Begriffe noch leicht verständlich, im Forexmark verlieren diese Bezeichnungen ihre klare Aussage.
Geht zum Beispiel ein Trader mit EUR/USD long, so denkt er zwar, dass der Euro gegenüber dem Dollar steigt – das hat aber nichts mit Wertsteigerung zu tun. Denn der Wert der Währungen bleibt immer konstant, solange die Geldmenge nicht verändert wird. Daher sind die Begriffe Long und Short relative Begriffe.

Shortpositionen werden nicht nur zum Hedging, sondern auch zu gewöhnlichen gewinnorientierten Spekulation eingenommen. Denn ein Bear-Zertifikat auf fallende Kurse gewinnt genauso an Wert wie das Bull-Pendant auf steigende Kurse.

Long Position beim Forexhandel

Eine Long Position ist immer dann vorhanden, wenn ein Trader in eine fremde Währung investiert und sie gekauft hat. Sind zum Beispiel US Dollar gekauft worden, so ist der Anleger in USD long. Ist ein Trader in einer Fremdwährung long, so hat er auch immer eine Minusposition im Euro durch das vom Broker entliehene Kapital

Der Trader muss dem Broker für dieses Kapital Zinsen zahlen, sofern die long Position länger als einen Tag besteht. Daher wird hier auch von Finanzierungskosten gesprochen. Long Positionen sind bei optimistisch eingestellte Anleger zu finden, die darauf setzen, dass der Wert der Fremdwährung dem Euro gegenüber steigen wird.

Short Position beim Forexhandel

Das Gegenteil ist der Verkauf einer Währung vom Trader, die er unter Umständen gar nicht in seinem Bestand hat. Denn tatsächlich ist es ja so, dass gerade der Trading Anfänger in seinem Depot ausschließlich Euros hat.

Dennoch ist es möglich, gleich in der ersten Transaktion US Dollars zu verkaufen – obwohl sie nicht im Bestand geführt werden. Solch ein Verkauf wird auch Short-Sell oder Leerverkauf genannt. In diesem Fall ist der Trader in USD short, aber im Euro long. Für den Euro bekommt er Habenzinsen gutgeschrieben, anstatt, wie bei der Long Position, an den Broker Zinsen zu zahlen. Durch die Möglichkeit des Leerverkaufs können so auch Anleger auf das Fallen von Kursen spekulieren, wenn diese gar nicht in ihrem Bestand sind.
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