Innerer Wert von Optionen

Mit dem Begriff Innerer Wert wird der tatsächliche Wert bei der Ausübung einer Option angegeben. Er errechnet sich aus der Differenz zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Preis des Wertes unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses.

Ist diese Differenz nun positiv, so sprechen Trader davon, dass der Schein „im Geld" liegt, ist sie hingegen negativ, so ist sie „aus dem Geld". Ist die Differenz null, so wird davon gesprochen, dass der Schein „am Geld“ liegt.

So funktioniert der Innere Wert

Der Kurs eines Optionsscheins setzt sich aus zwei unterschiedlichen Werten zusammen:

  • Innerer Wert
  • Zeitwert

Der Innere Wert bezeichnet den Betrag, den der Trader bei einer Ausübung des Optionsrechtes realisieren kann. Somit entspricht der Innere Wert der Differenz des aktuellen Kurses an der Wertpapierbörse und dem Basispreis des Warrants.
Da der Trader nicht zur Ausübung verpflichtet ist, ist der Innere Wert auch niemals negativ. Steigt der Kurs der dem Warrant (= englische Bezeichnung für Optionsschein) zugrunde liegender Aktie oder Index, so nimmt ebenfalls der Innere Wert der Kaufoption zu – fällt der Kurs hingegen, so nimmt automatisch die Differenz und somit auch der Innere Wert der Verkaufsoption zu.

Beispiel:
Es wird ein Optionsschein der Aktie A gekauft. Der aktuelle Kurs des Basispreises beträgt 20 Euro. Der Basispreis beträgt 16 Euro. Das Bezugsverhältnis liegt bei 1:1. Somit beträgt der Innere Wert 4 Euro (20 – 16).


Dies bedeutet, dass bei einer Ausübung der Option am heutigen Tage die Aktie A 4 Euro günstiger ist, als wenn die Aktie direkt an der Börse gekauft werden würde. Optionsscheine werden von den Banken nämlich nicht zum aktuellen Wert angeboten, sondern die Kreditinstitute verlangen für die Hebel-Wirkung als Gegenleistung einen Aufschlag. Der Innere Wert drückt also den echten Wert eines Optionsscheins aus. In der Regel liegt der Kurs des Optionsscheins über seinem Inneren Wert. Die Formel für den Inneren Wert (Call) lautet:

  • Innerer Wert = Bezugsmenge x (Kurs des Basiswerts - Basiskurs)

Verwendete Fachbegriffe im Bereich des Inneren Wertes

Finanzexperten verwenden für die Beschreibung des Inneren Wertes verschiedene Fachbegriffe:

Im Geld (englisch = in the money):

  • Call: Der aktuelle Kurs eines Basiswerts liegt über dem Basispreis
  • Put: Der aktuelle Kurs eines Basiswerts liegt unter dem Basispreis

In den beiden zuvor genannten Fällen lohnt sich eine Ausübung des Optionsrechts, da ein positiver Ertrag übrig bleibt.

Am Geld (englisch = at the money):

  • Call: Der Basispreis und der aktueller Börsenkurs des Basiswerts sind identisch
  • Put: Der Basispreis und der aktueller Börsenkurs des Basiswerts sind identisch

In solchen Fällen liegt der Innere Wert bei null und er weist keinen Wert auf. Hier macht eine Wahrnehmung des Rechts aus der Option demnach für den Anleger keinen Sinn.

Aus dem Geld (englisch = out of the money):

  • Call: Der aktuelle Börsenkurs des Basiswerts liegt unter dem Basispreis
  • Put: Der aktuelle Börsenkurs des Basiswerts liegt über dem Basispreis

Auch in diesen beiden Fällen liegt der Innere Wert der Optionsscheine bei Null und für den Anleger ist eine Ausübung des Optionsrechts nicht sinnvoll.
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