Hybridanleihe - ein Mix aus Anleihen & Aktien

Bei einer Hybridanleihe handelt es sich um ein verzinsliches Wertpapier, welches für das emittierte Unternehmen eigenkapitalähnlich ist. Da die Hybridanleihen sowohl Eigenschaften von Aktien als auch von Anleihen aufweisen, werden sie oftmals auch als Mischform (Hybrid) bezeichnet. Die Laufzeit ist oftmals unbegrenzt und die Anleihen sind häufig mit einem verhältnismäßig hohen Zinssatz ausgestattet.

Eigenschaften und Merkmale

Eine wesentliche Eigenschaft der Hybridanleihen besteht darin, dass die Anleihen entweder gar keine Laufzeitbegrenzung haben, was für ein Rentenpapier recht ungewöhnlich ist, oder mit einer extrem langen Laufzeit ausgestattet sind, die auch bis zu 100 Jahren reichen kann. Ab einem bestimmten festgelegten Termin hat der Emittent allerdings das Recht, die Anleihe (vorzeitig) zu kündigen.


Zudem können die Ertragszahlungen ausgesetzt oder auch zeitlich verschoben werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Zu den Merkmalen der Hybridanleihen zählt auch, dass das etwas erhöhte Risiko, welches durch die mitunter stark schwankenden Kurse der Anleihen vorhanden ist, mit einem Zinsaufschlag „belohnt“ wird.


Für den Emittenten werden die Hybridanleihen quasi wie Eigenkapital und nicht wie Fremdkapital bewertet, da das vom Anleger investierte Kapital entweder „unendlich“ oder für einen sehr langen Zeitraum zur Verfügung steht. Typisch für die Hybridanleihe ist auch, und dies ist eigentlich ein Merkmal von Aktien, dass die Höhe des Ertrages nicht festgeschrieben ist, sondern von der Gewinnsituation des Unternehmens abhängt, ähnlich wie es bei der Dividende der Fall ist.

Vor- und Nachteile der Hybridanleihen

Vorteile


  • Zinsaufschlag von durchschnittlich 2-3 Prozent gegenüber sonstigen Anleihen
  • Verkauf an der Börse möglich

Nachteile


  • extrem lange Laufzeiten
  • kein fester Ertrag, Ertragsausfälle möglich
  • Anleihe vom Emittenten vorzeitig kündbar
  • sehr geringe Auswahl an Anleihen
  • Verkauf mitunter sehr schwierig bzw. zeitweise gar nicht möglich

Für welche Anleger geeignet?

Aufgrund der dargestellten Risiken ist eine Hybridanleihe ausschließlich für spekulativ eingestellte Anleger geeignet. Wer eine sichere Anlage sucht, sollte sich für eine andere Anleiheart entscheiden. Daher sollte die Hybridanleihe auch nur als Depotbeimischung fungieren und maximal fünf Prozent des Gesamtportfolios einnehmen.

Zusammenfassung Hybridanleihen

  • Anleihe mit sehr langen Laufzeiten bzw. ohne Fälligkeit und Merkmalen von Aktien
  • keine feste Ertragsausschüttung, Ertrag ist an Gewinnsituation des Emittenten gekoppelt
  • überdurchschnittliche Rendite durch Zinsaufschlag möglich
  • Verkauf jederzeit möglich, allerdings in der Praxis oftmals schwer realisierbar
  • Anleihe stellt für den Emittenten Eigenkapital und kein Fremdkapital dar
Bitte bewerten:
3.3 / 5  (4 votes)
Der Artikel "Hybridanleihe" befindet sich in der Kategorie: Anleihen

Diese Artikel könnten dir auch weiterhelfen:


Kommentare? Frage? Hier ist der Platz dafür: