Hebelzertifikate - eine spekulative Anlage

Die Hebelzertifikate gehören zu den spekulativsten Zertifikaten, die von den Banken angeboten werden.



Auch diese Zertifikate beziehen sich stets auf einen bestimmten Basiswert, auch als Underlying bezeichnet. Durch den Hebel sind diese Zertifikate auf der einen Seite relativ riskant, auf der anderen Seite sind aber auch höhere Gewinne möglich, als bei den meisten anderen Zertifikatsformen. Geeignet sind die Hebelzertifikate ausschließlich für sehr spekulativ eingestellte Anleger.

Eigenschaffen der Hebelzertifikate

Die wichtigste Eigenschaft des Hebelzertifikates, die auch einen Großteil der Funktion ausmacht, ist der Hebel. Die sich daraus ergebende Hebelwirkung wird durch die Nutzung von Fremdkapital erreicht. Dabei ist der Hebel umso höher, desto größer der Fremdkapitalanteil ist. Bei einem Hebelzertifikat mit dem Hebel 3 werden die im Depot des Kunden eingebuchten Produkte zum Beispiel zu 33 Prozent mit dem Kapital des Anlegers und zu 66 Prozent mit Fremdkapital finanziert.



Der Anleger erhält dann bei einer Kurssteigerung des Basiswertes von beispielsweise vier Prozent aufgrund des Hebels von 3 einen Gewinn von 12 Prozent. Eine weitere wichtige Eigenschaft der Hebelzertifikate ist die sogenannte Knock-Out-Schwelle. Unterschreitet der Kurs des Basiswertes nämlich einen bestimmten Wert, so wird das Hebelzertifikat wertlos, der Anleger wird sprichwörtlich “ausgeknockt“ und erleidet einen Totalverlust. Wo genau diese Schwelle liegt, ist auch vom Hebel abhängig. Die Hebel können bei den verschiedenen Hebelzertifikaten bis zu 100 betragen.

Vor- und Nachteile der Hebelzertifikate

Vorteile:

  • relativ leichte Handhabung und transparente Preise
  • nahezu alle möglichen Basiswerte können über ein Hebelzertifikat gehandelt werden
  • bei hohen Hebel sind hohe Gewinne möglich
  • keine Nachschusspflicht, daher Verlust maximal in Höhe des investierten Kapitals
  • es kann sowohl auf fallende (short) als auch auf steigende Kurse (long) gesetzt werden

Nachteile:

  • Gefahr des Totalverlustes, denn nach Knockout ist Zertifikat wertlos
  • sehr riskante Form von Zertifikaten
  • bei stärkeren Kursbewegungen mitunter keine Kursstellung durch den Emittenten, sodass kein Handel möglich

Zusammenfassung Hebelzertifikate

  • Hebelzertifikate sind die Zertifikate mit den größten Gewinnchancen, gleichzeitig aber auch mit den größten Verlustrisiken
  • nur für sehr spekulativ eingestellte Anleger geeignet
  • unterschreitet der Kurs des Underlying eine bestimmte Schwelle, erleidet der Anleger einen Totalverlust
  • Gewinne bei hohen Hebeln im dreistelligen Prozentbereich möglich
Hebelzertifikate Vorteile Nachteile


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