Digitale Optionen

Als digitale Optionen werden in der Aktienwirtschaft eine Form ganz spezifischer Derivate bezeichnet, die unter die sogenannten "exotischen Optionen" fallen, also unabhängig vom klassischen Aktienhandel geführt werden.

Die Bezeichnung selbst entstammt der Tatsache, dass es bei diesen Optionen, die manchmal ebenfalls unter dem Namen "binäre Optionen" geführt werden, für den Trader nur zwei mögliche Zustände gibt. Ganz ähnlich wie ein Computer, der digital oder binär arbeitet, nur die Zustände 0 und 1 verarbeiten kann.

Digitale Optionen im Detail

Durchgesetzt haben sich die digitalen Optionen zunächst im amerikanischen Raum, mittlerweile wird jedoch auch eine europäische Variante angeboten. Prinzipiell geht es darum, auf einen bestimmten Kursverlauf zu "wetten", wobei der Trader ein Ereignis und eine Optionsart vorhersagt, die dann entweder über die gesamte Dauer des Optionsderivats (amerikanische Variante) oder am Ende der Laufzeit (europäische Variante) eintreten muss. Die meisten digitalen Optionen funktionieren nach dem Prinzip: "Cash or Nothing", wohingegen eine seltene "Asset or Nothing"-Auszahlungsoption den Betrag nach dem Basiswert des Kurses berechnet.


Ob das Optionsderivat als erfolgreich betrachtet wird, ist von zwei verschiedenen Variablen abhängig, nämlich X für den aktuellen oder zu erwartenden Kurswert und T für den Schwellenwert (Threshold) der Option. Je nach gewähltem Ereignis und der Optionsart dürfen sich Kurs- und Schwellenwert nicht berühren oder unter- bzw. überschritten werden. Zudem ist es möglich, eine "Zone" zwischen zwei Schwellenwerten zu bestimmen, die der Kurswert über den gesamten Verlauf einhalten muss.

Wettmöglichkeiten im Überblick:

  • Knock-In Call: Der Kurswert X wird höher notiert als der Schwellenwert T.
  • Knock-In Put: Der Kurswert X wird niedriger notiert als der Schwellenwert T.
  • Knock-Out Call: Der Kurswert X darf den Schwellenwert T nicht überschreiten.
  • Knock-Out Put: Der Kurswert X darf den Schwellenwert T nicht unterschreiten.
  • Knock-Out Range: Der Kurswert X muss über den gesamten Verlauf zwischen zwei Schwellenwerten T1, T2 liegen.

Kritik an digitalen Optionen

Besonders im Internet werden die digitalen Optionen als besonders geeignet für Anfänger oder Trader mit kleinen Investitionsvolumen angepriesen. Dies ist zwar insofern richtig, als das es keine hohen Einstiegsgrenzen gibt und man sich keine Sorgen um einen geeigneten Spread oder die Zusammenstellung eines Bouqets machen muss, gerade das hohe Risiko verbunden mit der nötigen Marktübersicht sowie Kurskenntnis lassen die digitalen Optionen aber allenfalls eine Alternative für Experten werden, die das Verhältnis zwischen Risiko und möglicher Gewinnspanne abschätzen können. Gerade wegen den missverständlichen Werbeversprechen der teilweise unregulierten Plattformen, sind die digitalen Optionen teilweise in harsche Kritik geraten, weswegen im Jahre 2013 eine offizielle EU-Richtlinie veröffentlicht wurde, an die sich regulierte Plattformen halten müssen.

Das Wichtigste zum Thema "digitale Optionen" auf einen Blick:

  • Digitale Optionen sind ein Finanzderivat der exotischen Optionen.
  • Die Wette wird pfadunabhängig abgegeben und kann entweder gelingen oder scheitern (All or Nothing).
  • Entgegen der Werbung sind solche Optionen nicht für Anfänger geeignet.
  • Das Konzept ist relativ neu, weswegen noch keine vollständige Regulierung vorhanden ist.
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