Wie funktioniert die Börse?

Die Börse ist ein Markt oder auch Handelsplatz für Unternehmen, die hier Anteile an ihrem Unternehmen in Form von Aktien verkaufen. Dabei ist die Börse ein wichtiger volkswirtschaftlicher Faktor im Rahmen der Gesamtwirtschaft. Die Börse ist dabei nicht ein Ort, sondern es gibt sie an unterschiedlichen Orten auf der Welt und in verschiedenen Formen. Grundsätzlich ist dies ein Ort, wo Angebot und Nachfrage aufeinander treffen.

Warum wird gehandelt?

Unternehmen benötigen Kapital. Dieses können sie sich an der Börse beschaffen, indem sie Aktien ausgeben. Die dadurch gewonnene Liquidität ermöglicht es dem Unternehmen, Investitionen zu tätigen. Dies ist der Motor der Wirtschaft und sorgt für Wachstum. Der Wert der ausgegebenen Aktien ist dabei abhängig von der festgelegten Stückzahl der Aktien. Die Käufer hingegen erhoffen sich durch den Erwerb von Aktien und somit Anteilen am Unternehmen neben einem Mitspracherecht als Aktionär auch eine jährliche Geldeinnahme in Form einer Dividende. Zudem können Aktien mit einem steigenden Kurs gewinnbringend weiterverkauft werden.

Hintergründe zur Börse

Auf der Handelsplattform Börse treffen sich die Marktteilnehmer, um zu Kaufen und zu  Verkaufen. Hier finden sich Trader, Makler oder Broker zusammen. Grundsätzlich dürfen sowohl natürliche als auch juristische Personen an der Börse handeln. Voraussetzung ist eine Zulassung. Die Kontrolle des Handelsgeschehens übernimmt dabei die Börsenaufsicht. Der gesamte Ablauf ist streng organisiert und festgelegt, um eine Rechtssicherheit für die Teilnehmer zu gewährleisten. Hierzu zählen auch die Handelsbräuche. Es gibt zudem das Börsengesetz und bestimmte Fristen, die einzuhalten sind. Die Indexes und Zahlen müssen zudem nach dem Börsengesetz in sogenannten Börsenpflichtblättern veröffentlich werden. Hierzu zählen

  • die Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • Die Welt
  • die Süddeutsche Allgemeine Zeitung
  • und weitere

Handelszeiten und -formen

Es gibt Börsen quer über den Globus verteilt. Die wichtigsten und bekanntesten befinden sich in

  • New York
  • London
  • Tokio
  • Frankfurt am Main
  • und Amsterdam, Paris, Brüssel und Lissabon


Zudem existieren noch die großen Börsen im Internet, wie die Xetra und NASDAQ. Aufgrund der globalen Verteilung sind auch die Handelszeiten unterschiedlich. Der grobe Zeitrahmen der Handelstage liegt aber zwischen 8 und 22 Uhr. Unterschieden werden zudem noch die Börsenformen. Hier findet man

  • die Market- Maker-Börse
  • die Auktionsbörse
  • weitere hybride Formen


Zudem liegt noch eine Differenzierung in den Börsenarten. Danach gibt es

  • die Warenbörse
  • die Terminbörse
  • die Wertpapierbörse
  • die Devisenbörse


Ob der Handel on- oder offline stattfindet, verbirgt sich hinter den Begrifflichkeiten

  • Parketthandel oder Präsenzbörse ( stationäre Börse )
  • und Computerbörse ( Onlinehandel )


Heutzutage gewinnt besonders der Onlinehandel immer mehr an Präsenz und Zuwachs. Eine inhaltliche Einteilung, welche auf die Art der Abwicklung der Geschäfte an der Börse abzielt, unterteilt diese noch einmal in Termingeschäfte und Kassageschäfte.

Kauf und Verkauf an der Börse

Die eigentlichen Handelsgeschäfte erfolgen in der Praxis nicht mehr durch wildes Gestikulieren und „Gebrüll“ an der Börse, wie es gerne in Filmen dargestellt wird. Der Handel erfolgt fast ausschließlich nur noch in elektronischer Form. An der Börse treffen die emittierenden Unternehmen auf die interessierten Käufer. Das Unternehmen gibt seine Aktie zu einem bestimmten Wert aus. Die gesamte Order wird mithilfe eines sogenannten Orderbuches durchgeführt. Auch dieses ist selbstverständlich elektronisch. Das Orderbuch hat zwei Seiten:

  • die Käuferseite – auch Geld oder Bid
  • die Verkäuferseit – auch Brief oder Ask


Das Unternehmen hat die Möglichkeit, seinen Verkaufspreis festzulegen und diesen mit einem Mindestgebot zu belegen. So schützt es sich vor einer Aktienausgabe unter Wert. Der Käufer verfolgt nun die Angebote am Markt. Hilfreiches Mittel zur Analyse der Aktienkurse ist zum Beispiel die Fundamentalanalyse. Sie liefert aussagekräftige Kennzahlen bzgl. des Wertes des Unternehmens und vergleicht den Börsenwert mit einem fairen Preis. Der Anleger kann sein Kaufgesuch ebenfalls in das Orderbuch eintragen. Wichtig ist auch hier die Festlegung eines Limits, damit durch plötzliche, starke Kursschwankungen der Schutz der Preisobergrenze gewahrt wird.  Zu beachten ist, dass Privatanleger nur über eine Broker Wertpapiere erwerben können. Dieser erhält eine Vergütung, welche sich aus dem Spread errechnet. Der Spread bildet die Differenz ab zwischen dem Geld- und Briefkurs. Das System, welches sich hinter dem Orderbuch befindet, versucht nun, Angebot und Nachfrage so zu matchen, dass eine möglichst hohe Stückzahl ausgegeben wird. Gelingt dies, so findet ein Kauf bzw. Verkauf statt. Der Wertpapierbestand wird in dem Wertpapierdepot erfasst und geführt. Die entsprechenden Zahlungen erfolgen über ein separates Konto.

Kurse

Die Aktien eines Unternehmens werden zu einem bestimmten Kurs an der Börse gehandelt. Der Kurs der Aktie ist zum einen der Preis. Zum anderen ist der Kurs auch der Gleichgewichtspreis am Markt. Der Gleichgewichtspreis sagt aus, dass es weder einen Nachfrage- noch einen Angebotsüberschuss gibt. Der Markt ist zu diesem Preis geräumt. Somit ist der aktuelle Börsenpreis der Aktie auch immer gleichzeitig der Gleichgewichtspreis. Die Kursbildung erfolgt auf elektronischem Wege und immer mit der Vorgabe, den Stück-Umsatz zu maximieren. Angebot und Nachfrage haben Einfluss auf den Kurs. Steigt die Nachfrage, so steigt auch der Kurs. Dies geschieht solange, bis die Aktie verkauft wird. Andersherum fällt natürlich auch der Kurs, wenn die Nachfrage sinkt.

Index

Eine besonders wichtige Kennzahl an der Börse ist der Index. Dieser gibt ein Abbild über die Entwicklung des Marktes. Hierzu werden ausgesuchte Wertpapiere gebündelt und deren Kursentwicklungen festgehalten und verfolgt. Besonders politische Ereignisse haben oft Einfluss auf die Entwicklung. So lassen sich zum Beispiel Terroranschläge oder auch Wahlen an der Veränderung der Indizes erkennen. Es gibt dabei verschiedene Indizes. Die bekanntesten sind

  • der DAX
  • der TecDAX
  • der Dow Jones
  • der Nesdaq


Es gibt daneben sowohl Länderindizes wie auch Branchenindizes oder Strategieindizes.

Weitere Kaufkriterien

Erfahrene Börsenteilnehmer nehmen zum einen diese Indizes zur Hilfe, um Unternehmen zu bewerten. Es gibt zudem aber auch den sogenannten Börsenzyklus. Dieser bildet eine Wahrscheinlichkeit ab und bezieht seine Werte aus vergangenen Kurswerten. Besonders die großen Indizes zeigen eine immer wiederkehrende Schwankung in denselben Perioden auf, so dass diese Beobachtung den Ausschlag für Kauf oder Verkauf der Aktien geben kann. Man kann somit schnell erkennen, dass besonders die Erfahrung und ein detailliertes Wissen über Märkte und volkswirtschaftliche Zusammenhänge und Einflussgrößen zu einer größeren Sicherheit im Aktiengeschäft führen und verlässlichere Informationen geben. Aus diesem Grund ist es auch nur verständlich, dass der Zugang zur Börse reglementiert ist und nur zugelassene Personen am Marktplatz Börse handeln dürfen.

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