Zurückgestaute Inflation

Eine  der offenen Inflation sehr ähnlichen ist die zurückgestaute Inflation. Auch hier gibt es einen Überhang im Bereich der Nachfrage. Anders als bei der offenen Inflation greift bei der zurückgestauten Inflation der Staat allerdings aktiv ein. Grund dafür ist das Bestreben des Staates möglichst sozial zu sein und beispielsweise keine Obdachlosen zu haben.

Besonderheiten der zurückgestauten Inflation

Auf den ersten Blick ist die zurückgestaute Inflation nicht erkennbar, findet doch kein messbarer Anstieg des Preisniveaus an sich statt. Begründet ist dies jedoch darin, dass der Staat für bestimmte Güter eine Preisobergrenze festgelegt hat.

Deutlich wird diese Inflationsart daher vor allem in Form von Warteschlangen, Hamsterkäufen und Schwarzmärkten. Denn der Staat kann zwar den Preis für ein Gut beeinflussen, jedoch nicht die Nachfrage hiernach. Diese wächst trotz der Preisobergrenze, so dass sich in der Regel schnell Schwarzmärkte bilden. Hier können die Anbieter Preise verlangen, die vom Staat eigentlich verboten worden sind.

Wenn Schwarzmärkte erfolgreich bekämpft werden, dann drückt sich die zurückgestaute Inflation in Form von langen Warteschlangen vor den Geschäften aus. Zudem versuchen Konsumenten, eine möglichst hohe Anzahl des jeweiligen Gutes auf einmal zu kaufen.

Zurückgestaute Inflation – Beispiel aus der Praxis

Angenommen, Kartoffeln sind eines der Hauptnahrungsmittel in Deutschland. In diesem Jahr fällt die Ernte jedoch sehr schlecht aus, weshalb sich das Angebot stark verringert. Die Nachfrage nach dem Gut bleibt hiervon unberührt, schließlich möchten die Bürger weiterhin Kartoffeln essen und ihren Hunger stillen. Als Folge würde jetzt in einem freien Markt der Preis für Kartoffeln steigen – beispielsweise von 2 Euro pro Kilo auf 4 Euro. Dadurch könnten sich einige Bürger dieses Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten, weshalb der Staat eine Preisobergrenze von 2 Euro pro Kilo einführt.

Für die Anbieter ist diese Grenze aber schädlich. Schließlich können sie nur wenige Kartoffeln verkaufen, weil die Ernte schlecht war und müssten bei einem Preis von 2 Euro erhebliche Verluste hinnehmen, die existenzbedrohend sein können. Folglich werden die Produzenten versuchen, die Kartoffeln auf alternativem Wege zu vertrieben – beispielsweise einem illegalen Schwarzmarkt. Oder Kartoffeln werden als „Care-Paket“ zusammen mit anderen Lebensmitteln veräußert, um die Obergrenze für Kartoffeln an sich zu umgehen.

Zurückgestaute Inflation – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Die zurückgestaute Inflation ist nicht offensichtlich zu erkennen
  • Sie entsteht durch staatliche Eingriffe in die Wirtschaft

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