Vollkommener Wettbewerb

Das Prinzip des vollkommenen Wettbewerbs ist eine theoretische Idealvorstellung in der Volkswirtschaft, die es in dieser Form auf längere Sicht wohl nicht geben wird.

Damit die Bedingung des vollkommenen Wettbewerbs nämlich erfüllt ist, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Sowohl das Angebot als auch die Nachfrage sind bei dieser Marktform ausgeglichen. Es wird angenommen, dass ständig genügend Nachfrager existieren, die das Produkt kaufen möchten. Damit wird gleichzeitig angenommen, dass der Anbieter nicht unter seine preisliche Schmerzgrenze gehen muss, da die Nachfrage dauerhaft hoch genug ist.

Aber welche Voraussetzungen müssen für einen vollkommen Wettbewerb erfüllt werden und warum ist diese Form des Wettbewerbs so realitätsfern und deshalb nur ein theoretisches Modell?

Bedingungen für einen vollkommenen Wettbewerb

Der vollkommene Wettbewerb setzt voraus, dass kein am Markt beteiligtes Unternehmen eine Marktmacht aufweisen kann und dass ebenfalls kein Unternehmen nennenswerten Einfluss auf die Marktpreise hat. Darüber hinaus ist eine Bedingung, die erfüllt sein muss, dass es sich um homogene Güter handeln muss. Das bedeutet, dass die Produkte der verschiedenen Anbieter für die Nachfrager nahezu identisch und damit vergleichbar sind. Nicht viele Produkte erfüllen diese Bedingung. Eine Ausnahme könnte zum Beispiel Benzin sein. Da die Qualität des Kraftstoffs einer Sorte immer gleich ist, spielt es für den Kunden keine Rolle, wo er das Produkt kauft. Die Realität sieht jedoch so aus, dass ein Großteil der Güter nicht homogen ist, da es zum Beispiel Unterschiede in der Qualität gibt.

Außerdem muss es beim vollkommenen Wettbewerb eine Vielzahl an Anbietern und Nachfragern geben. Das hat zur Folge, dass das Handeln des Einzelnen keinen Einfluss auf den Marktpreis hat. Gibt es beispielsweise 1.000 Anbieter und eine Million Nachfrager, ist es irrelevant, ob es im nächsten Monat nur noch 999 Anbieter und 998.000 Nachfrager sind. Anders würde die Situation aussehen, wenn es für die Zahl der Nachfrager nur zehn Anbieter geben würde. Dann würde ein Anbieter mehr oder weniger durchaus Einfluss auf den Marktpreis haben.

Die letzte Bedingung, die beim vollkommenen Wettbewerb erfüllt sein muss, ist die Markttransparenz, die vorhanden sein muss. Das bedeutet, dass jeder Marktteilnehmer wissen muss, welches Gut von wem zu welchem Preis angeboten und nachgefragt wird. Eine wirklich theoretische Annahme, die in der Realität meist nur an der Börse erfüllt ist.

Realitätsferne des vollkommenen Wettbewerbs

Da man nur von einem vollkommen Wettbewerb reden kann, wenn alle der eben genannten Bedingungen ausnahmslos und in vollem Umfang erfüllt sind, ist dieses Modell als sehr realitätsfern zu beschreiben. In der Realität würde es grundsätzlich nicht dazu kommen. Es handelt sich also viel mehr um ein theoretisches Modell, eine Idealvorstellung.

Noch einmal kurz zusammengefasst:

  • Vollkommener Wettbewerb ist eine theoretische und realitätsferne Idealvorstellung
  • Es wird vorausgesetzt, dass es sich um homogene, vergleichbare Güter handelt (zum Beispiel Benzin)
  • Es wird vorausgesetzt, dass es eine Vielzahl an Nachfragern und Anbietern gibt
  • Es wird vorausgesetzt, dass eine vollkommene Markttransparenz herrscht
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