Opportunitätskosten

Der Begriff der Opportunitätskosten (oft auch: Alternativkosten) besitzt sowohl aus betriebswirtschaftlicher als auch aus volkswirtschaftlicher Hinsicht eine wichtige Bedeutung. Es handelt sich dabei um sogenannte Verzichtskosten.

Das bedeutet, dass man Kosten in seine Kalkulation aufnimmt und berücksichtigt, die einem entstehen, wenn man sich für eine andere Möglichkeit (= Opportunität) entscheidet. Was in der Theorie schwer nachvollziehbar klingt, ist in der Praxis eigentlich ganz einfach.

Definition - was sind Opportunitätskosten?

Opportunitätskosten werden grundsätzlich nicht zu den kalkulatorischen Kosten gezählt. Sie drücken einen entgangenen Nutzen in Kosten aus und ermöglichen dadurch eine möglichst genaue Kostenkalkulation. Vereinfacht ausgedrückt hat man also Kosten dadurch, dass man eine andere Möglichkeit nicht nutzen kann. Man verzichtet demnach auf eine Möglichkeit, also auf bestimmte Ressourcen, weil man sich für eine Alternativmöglichkeit entscheidet.

Folgedessen muss man die Kosten dieses Verzichts bei den Gesamtkosten berücksichtigten. Andere Begriffe für Opportunitätskosten sind deshalb auch Verzichtskosten oder Alternativkosten. Grundsätzlich findet man die Opportunitätskosten sowohl in betriebswirtschaftlichen als auch in volkswirtschaftlichen Anwendungsgebieten.

Opportunitätskosten - Beispiele aus VWL-  & BWL-Sicht

Um besser verstehen zu können, was Opportunitätskosten sind und wann es diese in der Praxis gibt, sollte man sich einige Beispiele aus der Praxis ansehen. Am besten verständlich wird der Begriff, wenn man sich die Opportunitätskosten aus betriebswirtschaftlicher Sicht ansieht.

Beispiel 1: Investition (betriebswirtschaftliches Beispiel)

Investiert man sein Vermögen zum Beispiel in Immobilien, so ist das investierte Kapital gebunden und man kann es nicht anders anlegen und verzinsen. Man verzichtet also in diesem Fall auf die Zinserträge, die man unter normalen Umständen mit dem Kapital erwirtschaftet hätte. Diese entgangenen Zinserträge stellen also die Opportunitätskosten in diesem Fall dar.

Beispiel 2: Personal (betriebswirtschaftliches Beispiel)

Entscheidet sich ein Unternehmen zum Beispiel dafür, ein größeres Projekt durchzuführen und beauftragt damit einen Mitarbeiter, der normalerweise andere Aufgaben zu erledigen hat, bezeichnet man die Personalkosten des Mitarbeiters für die Zeit der Projektarbeit als Opportunitätskosten. Dieser kann schließlich seine normale Arbeit nicht erledigen, da er im Projekt involviert ist. Das Unternehmen verzichtet also darauf, dass der Mitarbeiter seiner eigentlichen Arbeit nachkommt. Es entstehen demzufolge Verzichts- bzw. Opportunitätskosten.

Genauso kommt das Konzept der Opportunitätskosten allerdings auch in der Volkswirtschaft zum Einsatz. Hier sind die Anwendungsgebiete jedoch in vieler Weise komplexer und schwerer verständlich. Zum Verstehen der Opportunitätskosten-Theorie empfehlen sich also eher die betriebswirtschaftlichen Praxisbeispiele. Die folgenden Beispiele zeigen die volkswirtschaftlichen Anwendungsgebiete der Opportunitätskosten:

Beispiel 1: Transformationskurve (volkswirtschaftliches Beispiel)

Um den Zusammenhang zwischen Opportunitätskosten und Transformationskurve zu verstehen, sollte man natürlich erst einmal wissen, was die Transformationskurve überhaupt ist. Die Transformationskurve zeigt in einer Grafik ein nützliches Gütermengenverhältnis bei vorhandenem Einsatz von Ressourcen. Im Falle einer Steigung der Transformationskurve wird diese als Grenzrate der Transformation bezeichnet. Dabei handelt es sich um die Opportunitätskosten.

Beispiel 2: Komparativer Kostenvorteil (volkswirtschaftliches Beispiel)

Kann eine ganze Volkswirtschaft (oder auch eine Region oder ein Unternehmen) ein bestimmtes Produkt preiswerter anbieten, als ein Konkurrent (zum Beispiel ein Nachbarland), spricht man im Zuge der geringeren Kosten auch von Opportunitätskosten. Man spart also Kosten dadurch ein, dass man ein bestimmtes Gut von einer Volkswirtschaft oder einem Unternehmen produzieren lässt und sich damit gegen einen Konkurrenten entscheidet.

Opportunitätskosten - kurz zusammengefasst:

  • Opportunitätskosten (auch Verzichts- oder Alternativkosten genannt) entstehen dadurch, dass eine andere Möglichkeit (= Opportunität) nicht genutzt wird
  • Opportunitätskosten gibt es sowohl in der Volkswirtschaft als auch in der Betriebswirtschaft
  • Praxisbeispiele aus der Volkswirtschaft sind die Transformationskurve und der komparative Kostenvorteil
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