Netzwerkeffekt

Der sogenannte Netzwerkeffekt spielt gerade in einer multimedialen Welt eine immer größere Bedeutung. Im Grunde besagt dieser Effekt, dass sich der Nutzen eines Netzwerks erhöht, wenn die Anzahl der Teilnehmer wächst. Für einen Einzelnen hat etwas also keinen Nutzen.

Erst wenn sich viele Teilnehmer gefunden haben, bedeutet das für jeden einen Mehrwert. Es handelt sich dabei um einen positiven externen Effekt.

Leider gibt es beim Netzwerkeffekt in der Volkswirtschaft die nicht unerhebliche Gefahr der Monopolbildung. Aber warum ist das so und welche aktuellen Beispiele aus der Praxis gibt es für einen Netzwerkeffekt?

Unterscheidung - direkte & indirekte Netzwerkeffekte

Grundsätzlich unterscheidet man beim Netzwerkeffekt zwei verschiedene Arten. Zum einen gibt es den direkten und zum anderen den indirekten Netzwerkeffekt. Beim direkten Netzwerkeffekt profitiert ein Teilnehmer sofort, wenn das Netzwerk von mehreren Teilnehmern genutzt wird – meist durch direkte Kommunikation zwischen den Teilnehmern. Die Steigerung des Nutzens ist also vordergründig durch die Kommunikationsbeziehung zwischen den Teilnehmern erklärt.

Anders beim indirekten Netzwerkeffekt: Hier profitieren die Teilnehmer nicht von einem Nutzen durch Kommunikationsbeziehungen. Der Nutzen hat also einen anderen Ursprung. Beispiel: Komplementäre Güter (= mehrere Güter, die sich im Nutzen gegenseitig ergänzen wie Benzin und Autos).

Beispiele für Netzwerkeffekte

Der Netzwerkeffekt findet sich heutzutage an vielen Stellen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens wieder. Viele „Netzwerke“ machen nur dann Sinn bzw. bringen einen Nutzen für die Teilnehmer, wenn es auch entsprechend viele Nutzer gibt. Folgende Beispiele für den Netzwerkeffekt sind besonders beliebt:

Beispiel 1: Telefon / Handy / SMS

Ein typisches Beispiel für den Netzwerkeffekt ist das Telefon. Ein Teilnehmer alleine hätte durch das Telefon keinen Nutzen, da er keinen anrufen könnte. Der Nutzen für die Teilnehmer steigt dadurch immer weiter an, dass immer mehr Menschen Telefon und Handy als Kommunikationsmittel untereinander nutzen. Da der Nutzen für alle Teilnehmer entsprechend steigt, spricht man auch von einer positiven Rückkoppelung.

Beispiel 2: Internet

Ein weiteres Beispiel für den Netzwerkeffekt ist das Internet. Umso mehr Menschen das Internet als Informationsquelle benutzen und dort Informationen veröffentlichen, umso höher ist der Nutzen für alle. Ähnlich ist das bei sozialen Netzwerken. Hier erhöht sich der Nutzen für jeden Einzelnen auch, wenn die Teilnehmerzahl steigt.

Gefahr der Monopolbildung

Es gibt jedoch nicht nur positive Seiten am Netzwerkeffekt. Grundsätzlich muss man nämlich festhalten, dass jeder Markt, auf dem dieser Effekt eine Rolle spielt, sehr anfällig vor Monopolen ist. Und das ist auch ganz einfach nachzuvollziehen: Das Ziel eines jeden Netzwerks ist es die Nutzeranzahl stetig zu erhöhen, da dadurch auch der Gesamtnutzen für jeden Einzelnen erhöht wird. Heißt im Umkehrschluss aber auch: Jeder Betreiber bzw. Anbieter von solchen Netzwerken strebt es an, eine Monopolstellung zu erlangen, um den maximalen Nutzen für die Teilnehmer zu erlangen.

Noch einmal kurz zusammengefasst:

  • Beim Netzwerkeffekt erhöht sich der Nutzen für jeden Einzelnen, wenn die Teilnehmerzahl steigt
  • Der Netzwerkeffekt ist ein positiver externer Effekt
  • Man unterscheidet zwischen direkten und indirekten Netzwerkeffekten
  • Beim Netzwerkeffekt besteht ein hohes Monopolrisiko
  • Beispiele aus der Praxis sind Handy, Fax oder Internet
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