Marktwirtschaft

In einer Marktwirtschaft wird durch den Wettbewerb geregelt, „was“, „wie“, „für wen“ hergestellt werden soll. Im Gegensatz zur Planwirtschaft reguliert sich die Marktwirtschaft im Allgemeinen selbst, durch Angebot und Nachfrage sowie die sich dadurch bildenden Preise.

 
Bei einem gut funktionierenden Konkurrenzkampf (Wettbewerb) bringen die Anbieter gute Dienstleistungen und Produkte auf den Markt und versuchen damit, die Konkurrenz über ein für die Kunden attraktiveres Angebot auszubooten. Damit gewährleistet der Wettbewerb, dass die Bedürfnisse der Teilnehmer am Markt optimal befriedigt werden.

Die Störung des Wettbewerbs

Der Wettbewerb kann jedoch von vielen Mechanismen gestört werden. Die Bildung von Angebots- und Nachfrage-Monopolen, Kartellen oder wirtschaftlichen Machtgruppen kann sich negativ auf die Qualität und den Preis der jeweiligen Leistungen auswirken. Auch Bestechung, Korruption und Preisabsprachen können die Chancengleichheit der Wettbewerber verhindern.


Erhöht sich die Wohnraumnachfrage, kann es Monate und zum Teil Jahre dauern, bis sich das Angebot ebenfalls ausweitet. Das hat den bitteren Beigeschmack, dass sich die Nachfragenden zwischenzeitlich um die Gunst der Wohnraumanbieter streiten. In diesem Fall finden sie keine passende Wohnung oder zahlen überteuerte Mieten. Gleichzeitig können die Obdachlosenzahlen steigen. Die eigentlichen Vorteile eines Wettbewerbs - ausreichende Versorgung, gleichbleibend hohe Qualität und günstige Preise - können für längere Zeit ausbleiben. Hier greift der Staat häufig aus politischen, marktfremden Erwägungen in das jeweilige Geschehen ein.


Des Weiteren können Sicherheitsvorschriften, Steuern und Sozialabgaben, die im nationalen Gebiet alle Marktteilnehmer gleichermaßen betreffen, im internationalen Bereich jedoch einen Wettbewerbsnachteil für die inländischen Anbieter bedeuten. Sollten die vorbenannten Störungen auftreten, wird ein lenkendes und regulierendes Eingreifen durch den Staat erforderlich. Dadurch sollen unerwünschte Wettbewerbs-Beschränkungen unterbunden und weitere Begleiterscheinungen abgeschwächt werden. Generell hält sich der Staat aber weitestgehend aus dem Marktgeschehen heraus.

Die Vor- und Nachteile der Marktwirtschaft

 

Vorteile Nachteile
Es bestehen unbegrenzte Freiheiten und freie Entfaltung des Einzelnen in Bezug auf: die Berufswahl, Vertragsfreiheit, Vereinigungs-, Gewerbe- und Niederlassungsfreiheit. Es gibt zum Teil ungerechte Wettbewerbsvorteile sowie ungleiche Startbedingungen.
Es herrscht wirtschaftliche Betätigungsfreiheit: Bezahlung nach Leistung, Existenzkampf im Wettbewerb, Streben nach Gewinn. Es gibt erhebliche Unterschiede bei den Einnahmen/dem Einkommen.
Die Produktionskosten werden so niedrig wie möglich gehalten, damit Waren preiswert angeboten werden können. Leistungsdruck und Gewinnstreben führen gleichermaßen zu einer hohen Wirtschaftlichkeit und technischem Fortschritt. Die Löhne und Gehälter bestimmen sich durch Angebot und Nachfrage. Tariflich garantierte oder staatliche Mindestlöhne gibt es nicht. Arbeitgeberorganisationen und Gewerkschaften gibt es nicht.
Der Kunde bestimmt durch seine Nachfrage die Produktion. Es gibt ungleiche Startbedingungen, durch die einige Unternehmen Vormachtstellungen haben. Sie beschränken die Wettbewerber, indem sie sie quasi ausschalten. Mithin kann es zu Unternehmenskonzentrationen und Kartellen kommen.
Damit ein Unternehmen im Wettbewerb bestehen kann, muss es die Kosten senken, seine Produkte verbessern und sich um die Entwicklung neuer Produkte bemühen. Das stetige Konkurrenzdenken und das Streben nach Gewinn führen zu einem egoistischen Gesellschaftsverhalten.
Es kommt zu einem verbesserten Wohlstand und einer volkswirtschaftlichen Vermögensbildung - durch den Einsatz der Produktionsfaktoren sowie wirtschaftlicher Leistungskraft und Initiative. Die freie Marktwirtschaft gilt als instabil. Es kann zu Konjunkturschwankungen kommen.

 

 

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