Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt, BIP, gilt als Indikator für den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg und die Leistungsfähigkeit eines Landes. Das Bruttoinlandsprodukt gibt Auskunft darüber, welcher Wert an Gütern und Dienstleistungen innerhalb eines Jahres durch eine Volkswirtschaft innerhalb ihrer nationalen Grenzen erwirtschaftet wird, insofern diese nicht als Vorleistungen in die Produktion anderer Güter oder Dienstleistungen Eingang fanden.


Unterscheidung zwischen nominalen und realen BIP


Das Bruttoinlandsprodukt wird nominal und real berechnet und es wird zwischen drei Kennzahlen unterschieden. Die Entstehungsrechnung gibt Auskunft über die Wertschöpfung in einem bestimmten Wirtschaftsbereich wie etwa dem Handel, während die Verteilungsrechnung das Einkommen der Arbeitnehmer und Unternehmer berücksichtigt und auch Vermögenserträge der Volkswirtschaft in die Rechnung einfließen. Die Verwendungsrechnung als dritte Kennzahl gibt Aufschluss über die Konsumausgaben privater Haushalte und Organisationen sowie den Verbrauch des Staates.


Welche Faktoren fließen in die Berechnung ein?


Dabei werden sowohl die Leistungen der Inländer als auch der Ausländer innerhalb der Landesgrenzen berücksichtigt, während die Leistungen von Inländern im Ausland keine Berücksichtigung finden. Das BIP wird in Geldwerten berechnet und gibt nur bedingt Auskunft über die Zufriedenheit, die Lebensqualität oder den Wohlstand der Menschen, die in dieser Volkswirtschaft leben. Ebenso wenig gibt es Auskunft darüber, in welchem Zustand sich etwa soziale Sicherungssysteme, die Umwelt oder natürliche Ressourcen befinden. Damit ist der Aussagewert des BIP stark eingeschränkt und andere Bewertungssysteme müssen hinzugezogen werden, um ein ganzheitliches Bild einer Volkswirtschaft zu erzielen.


Es ist weiterhin zu berücksichtigen, dass beispielsweise Schwarzarbeit oder unbezahlte Tätigkeiten wie etwa Hausarbeit oder Ehrenämter nicht in die Berechnung einfließen. Ebenso findet die sogenannte Subsistenzwirtschaft, also die Selbstversorgung von Personen, Organisationen oder Staaten, keinen Eingang in die Berechnungen. Aufgrund der Einschränkungen des BIP ist ein realer Vergleich der Situationen, in denen sich die Länder in Bezug auf Lebensqualität und Wohlstand befinden, nur bedingt möglich.


Im Jahre 2009 lag das weltweite reale Bruttoinlandsprodukt bei knapp 58 Billionen US-Dollar. Die Länder der Europäischen Union liegen dabei an der Spitze gefolgt von den USA und China. Deutschland befand sich auf Platz fünf. Dabei hatten alle Länder bis zum Platz zehn einen Rückgang ihres BIP im Vergleich zum Vorjahr zu verkraften. Einzig China verzeichnete ein Plus von 8,74 Prozent.

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