Wie entsteht eine Angebotsinflation?

Bei der Angebotsinflation handelt es sich um einen Anstieg des allgemeinen Preisniveaus, der in der Regel in gestiegenen Kosten der Unternehmen begründet ist. Alternativ ist es auch möglich, dass steigende Unternehmensgewisse schuld an der Inflation sind.

Arten und Entstehung der Angebotsinflation

In der Theorie wird zwischen zwei Arten der Angebotsinflation unterschieden. Gemeinsam haben die Kosteninflation und die Gewinninflation dabei, dass Preisanstiege durch die Seite der Anbieter bedingt sind. Im Falle der Kosteninflation resultiert der Anstieg des Preisniveaus dabei vor allem durch einen Anstieg von Rohstoffkosten (Importierte Inflation). Beispielsweise wird Mineralöl auf den internationalen Märkten plötzlich deutlich teurer verkauft als noch einige Monate zuvor. Um weiterhin Gewinne erzielen zu können, müssen die Unternehmen entsprechend die Preise für die Güter erhöhen.

Aber auch steigende Lohn- oder Lohnnebenkosten bewirken, dass die Produktionskosten steigen und diese Erhöhungen in Form von Preisen an die Verbraucher weitergegeben werden. Unter Gewinninflation ist hingegen eine Inflationsart zu verstehen, bei der Anbieter ihre Marktmacht ausnutzen können. Beispielsweise kann dies im Monopol oder Oligopol der Fall sein. Durch ihre Größe ist es den Unternehmen erlaubt, die Preise höher anzusetzen, als dies im Polypol der Fall wäre. Entsprechend steigt die Inflationsrate an.

Angebotsinflation – Beispiele aus der Praxis

Wie die Angebotsinflation entsteht und verläuft, lässt sich am besten anhand eines Beispiels illustrieren. Betrachtet sei ein Unternehmen, das aus Holz Schlafzimmer herstellt. Für gewöhnlich kaufe dieses Unternehmen eine Tonne Holz zu einem Preis von 1.000 Euro. Aus dieser Tonne Holz lasse sich ein Schlafzimmer fertigen, das anschließend für 3.000 Euro verkauft werden. Dabei verbleibt dem Unternehmen nach Abzug aller Lohn- und Produktionskosten noch ein Gewinn von 300 Euro.



In Skandinavien und Russland kommt es jetzt allerdings zu einem massenhaften Baumsterben, weil sich eine Insektenart rapide vermehrt hat. Entsprechend wird die Tonne Holz jetzt für 1.500 Euro angeboten. Für das betrachtete Unternehmen bedeutet dies, dass die Produktion zum aktuellen Preis einen Verlust von 200 Euro bringen würde. Entsprechend wird der Kostenanstieg von 500 Euro direkt an den Endverbraucher weitergegeben.

Gerade Rohstoffpreise sind äußerst flexibel. Meist bestehen lediglich feste Lieferverträge von wenigen Monaten, oftmals werden die Preise dabei offen gelassen. Insofern sorgen Rohstoffknappheiten bzw. generelle Veränderungen des Angebots für Kostenschwankungen bei Unternehmen. Eine Lohninflation entwickelt sich hingegen deutlich langsamer, weil viele Arbeitsverträge über Jahre hinweg ein recht konstantes Gehalt

Unterschied Angebotsinflation und Nachfrageinflation

Angebots- und Nachfrageinflation unterscheiden sich elementar voneinander. Bei der Nachfrageinflation sind nämlich die Konsumenten „schuld“ an der Inflation. Besonders in wirtschaftlich guten Zeiten steigt die Konsumnachfrage aufgrund von hohen Beschäftigungsgraden stark an. Dieser Anstieg ist relativ flexibel und kann binnen kürzester Zeit erfolgen. Das Problem: Die Unternehmen können ihr Angebot nur bis zu einem gewissen Grad erhöhen, ab einem bestimmten Punkt sind die Produktionskapazitäten ausgelastet.

Folglich kann sich die erhöhte Nachfrage ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in einem höheren Angebot, sondern nur in einem Preisanstieg ausdrücken. Zwar lassen sich die Kapazitäten generell noch weiter erhöhen, hierfür bedarf es aber eines gewissen Zeitaufwandes. Beispielsweise müssen Unternehmen erst neue Lagerhallen bauen, Mitarbeiter einstellen oder gar innovative Produktionsverfahren entwickeln.

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