Produktionstypen

Die Produkte eines Unternehmens sind die Ergebnisse einer Kombination bestimmter Prozess- und Strukturentscheidungen. Werden die wesentlichen Bestimmungsmerkmale der Produkte - Komplexität und Variabilität - in einer Übersicht in Beziehung gestellt, bündeln sich die vier produktionswirtschaftlichen Aufgabenfelder zu drei Produktionstypen.

Folglich sind die drei Produktionstypen:

  • auftragsorientierte Einzelfertigung
  • gemischte Serienfertigung
  • marktorientierte Massenfertigung

Unterteilung der Produktion in Produktionstypen

Grundsätzlich bezeichnet der Begriff der Produktionstypen eine wissenschaftliche Methode, die dazu dient, die Erscheinungsformen der industriellen Produktion in verschiedene Klassen einzuteilen. Dabei werden mehrere Merkmale gebildet, die dann wiederum für eine bestimmte Klasse von Produktionstypen charakteristisch sind. So könnten Güter etwa immer in die Kategorie der Massenproduktion eingeteilt werden, wenn sie sich nicht voneinander unterscheiden und in hoher Stückzahl produziert werden.

Sinn und Zweck dieser Einteilung ist es letztlich, aussagekräftige Erklärungs-, Prognose- und Entscheidungsmodelle zu erstellen. Auf dieser Basis sollen sich bestimmte Ableitungen für den Aufbau und die Organisation der Produktion ziehen lassen, wenn die Güter zuvor einem bestimmten Produktionstyp zugeordnet werden. Auch die Auswahl von Planungs-, Steuerungs- und Kontrollverfahren soll durch die Einordnung in die verschiedenen Klassen spürbar erleichtert werden.

Merke: Was sind Produktionstypen?

Produktionstypen lassen sich auf Basis von absatz-, prozess- oder faktorbezogenen Merkmalen voneinander unterscheiden. Hieraus sollen Unternehmen Ableitungen für den eigentlichen Produktionsprozess ziehen können.

Absatzbezogene und prozessbezogene Produktionstypen

Maßgeblich lassen sich die Produktionstypen anhand der Anzahl der produzierten Produkte voneinander unterscheiden. So gibt es Einproduktproduktion und Mehrproduktproduktion, wobei letztere in modernen Volkswirtschaften der absolute Standard ist. Im Hinblick auf die Käufer kann dann von unmittelbar kundenorientierter Produktion (Einzelfertigung, individuelle Anpassung) und der mittelbar kundenorientierten Produktion gesprochen werden.

Deutlich vielfältiger sind hingegen die Merkmale der Produktionstypen, die sich tatsächlich auf den Produktionsprozess an sich beziehen:

  • Prozessuntergliederung: Es gibt einstufige und mehrstufige Produktion. Gemeint ist hiermit, ob lediglich ein Produktionsschritt zur Herstellung des Guts notwendig ist.
  • Prozesswiederholung: Nur in seltenen Fällen kommt die Einzelproduktion zum Einsatz, in der Regel produzieren große Wirtschaftsunternehmen in Serie oder sogar in Masse.
  • Arbeitssysteme: Auch die physische Anordnung der Arbeitssysteme im Produktionsbereich ist in den Unternehmen nicht einheitlich gehalten. So gibt es Werkstattproduktion, Fließproduktion und Zentrenproduktion.
  • Zeitliche Abstimmung: Zu unterscheiden ist in diesem Bereich zwischen der global abgestimmten Produktion, die vor allem in international agierenden Konzernen notwendig ist, und der zeitlich fein abgestimmten Produktion.
  • Zeitliche Zuordnung: Es gibt sowohl Parallelproduktion als auch die sogenannte Wechselproduktion.
  • Materialfluss: Einige Unternehmen produzieren in sogenannten Chargen, sie fertigen also meist auf spezifische Anfrage hin. Andere Konzerne produzieren hingegen kontinuierlich.
  • Technologische Verbundenheit: Bei der Produktion können die verschiedenen Güter technologisch miteinander verbunden sein, das muss aber nicht der Fall sein.
  • Mechanisierungsgrad: In modernen Unternehmen erfolgt die Produktion in aller Regel vollautomatisiert oder zumindest teilautomatisiert. Auch die maschinelle Produktion kommt noch häufig zum Einsatz, wohingegen die manuelle Produktion kaum noch von Bedeutung ist.
  • Prozessbedingte Stoffveränderung: Nach der „chemischen“ Veränderung der Produkte ist zwischen der synthetischen, der analytischen und der stoffneutralen Produktion zu unterscheiden.
  • Prozesstechnologie: Die Produktion an sich kann entweder chemisch, biologisch, physikalisch oder kernphysikalisch ablaufen.
  • Beherrschbarkeit: Das letzte, prozessbezogene Merkmal ist die sogenannte Beherrschbarkeit der Produktion. Ein Beispiel für eine durch den Ablauf bedingte, begrenzte Einflussnahme ist die Herstellung von Mikroprozessoren.

Produktionstypen auf Basis von Beschaffung und Faktoreinsatz

Produktionstypen lassen sich nicht nur auf Basis des Absatzes und des Produktionsprozesses an sich unterscheiden. Auch die beschaffungs- und faktorbezogenen Typen weisen individuelle Besonderheiten auf. So lassen sich die Produktionstypen beispielsweise auf Basis der Ortsgebundenheit der Produktionsfaktoren voneinander unterscheiden. Ortungebundene Faktoren sind beispielsweise in der Bauwirtschaft notwendig, große Maschinen können ohne Probleme von A nach B bewegt werden. Das ist bei der anlagegebundenen Produktion nicht möglich, hier stehen die Maschinen fest verankert in einer Produktionshalle.

Im Hinblick auf das wirtschaftliche Gewicht der Produktionsfaktoren ist zwischen folgenden drei Varianten zu unterscheiden:

  • Arbeitsintensive Produktion: Für die Produktion wird vor allem Arbeitskraft benötigt, was beispielsweise in der Automobilbranche der Fall ist.
  • Materialintensive Produktion: Bei dieser Variante müssen die Unternehmen äußerst viel Material verwenden, um produzieren zu können.
  • Betriebsmittelintensive Produktion: Möchte das Unternehmen Güter produzieren, so muss es viele Betriebsmittel


Als letztes Merkmal kann die Beschaffbarkeit der Erzeugniseinsatzstoffe herangezogen werden. Sofern die Produktion durch die eingesetzten Stoffe bedingt nicht wiederholbar ist, sprechen Betriebswirte von der sogenannten Partieproduktion.

Produktionstypen – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Die Einordnung in Produktionstypen soll den Produktionsprozess an sich vereinfachen
  • Maßgeblich zu unterscheiden ist zwischen absatzbezogenen, prozessbezogenen und faktorbezogenen Produktionstypen
  • Dank der Unterteilung können Unternehmen die individuellen Anforderungen der Produktionstypen besser bewältigen
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