Öffentliche und private Güter

Private Güter können von der Nutzung durch andere ausgeschlossen werden. Alle anderen müssen darauf verzichten. Beispiel: Die Nutzung eines privaten Fahrrades kann einer fremden Person verweigert werden. Erfolgt die Nutzung des Rades durch den Besitzer, kann ein anderer dies nicht gleichzeitig tun.


Öffentliche Güter, wie zum Beispiel eine öffentliche Straße, können von allen genutzt werden. Niemand wird davon ausgeschlossen. Die Straße kann zudem von allen gleichzeitig genutzt werden. Rivalität und Ausschließbarkeit entfallen hier.

Was sind private Güter?

Ein Großteil der Güter in einer Wirtschaft sind sogenannte private Güter bzw. Individualgüter. Aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften können sie vom Markt angeboten werden, es bedarf hierfür keines staatlichen Eingreifens. Damit Volkswirte von einem solchen Gut sprechen, müssen zwei Faktoren erfüllt sein:

  • Ausschließbarkeit: Ein Individuum kann von der Nutzung des Gutes ausgeschlossen werden. Erst nach dem Bezahlen eines bestimmten Preises ist es möglich, das Gut zu nutzen. So kann der Organisator eines Festivals Besucher vom Betreten des Geländes abhalten, wenn diese den Preis für die Eintrittstickets nicht bezahlen möchten.
  • Rivalität: Konsumiert ein Individuum das Gut, so kann ein anderes Individuum dieses Gut nicht mehr konsumieren. Beispielsweise verkauft der Festivalbetreiber nur einzelne Karten und entwertet diese, sobald der Besitzer des Tickets das Gelände betreten hat. Ein anderer Besucher kann das gleiche Ticket dann nicht mehr nutzen.


Weitere Beispiele für derartige Güter wären etwa Kleidung, Eis oder auch Autos.

Was sind öffentliche Güter?

Öffentliche Güter werden hingegen nicht am Markt angeboten, weil dies durch ihre spezifischen Eigenschaften nicht wirtschaftlich bzw. möglich wäre. Konkret handelt es sich bei diesen Charakteristika um die Nicht-Ausschließbarkeit und die Nicht-Rivalität der Güter. Nicht ausschließbar meint, dass einzelne Individuen nicht aktiv an der Nutzung eines Guts gehindert werden können. Ein Beispiel hierfür wäre das Gut „saubere Umwelt“. Selbst wenn eine Person nichts für eine saubere Umwelt tut, kann diese Person nicht von der klaren Luft, den grünen Wäldern und der sauberen Natur an sich ausgeschlossen werden.

Zudem können öffentliche Güter von mehr als einer Person gleichzeitig konsumiert werden. Viele Wirtschaftswissenschaftler sehen dies als entscheidendes Merkmal für ein solches Gut an. Beispielsweise können mehrere Personen gleichzeitig von der sauberen Umwelt profitieren. Auch andere, öffentliche Güter wie etwa die Straßenbeleuchtung, Deiche oder Frieden weisen derartige Eigenschaften auf.

Problem öffentlicher Güter

Öffentliche Güter können – wie bereits kurz angeklungen ist – nicht vom Markt bereitgestellt werden. Anhand des sogenannten Trittbrettfahrer-Syndroms soll dies veranschaulicht werden:

  • Die Beleuchtung einer Straße kostet pro Jahr insgesamt 100.000 Euro.
  • 100 der 101 Anwohner steuern pro Jahr genau 1.000 Euro dazu bei, dass diese Kosten gedeckt werden und sie das Gut „beleuchtete Straße“ nutzen können.
  • Der 101. Bewohner nutzt genau das aus und beteiligt sich nicht an den Kosten.
  • Weil der Bewohner aber nicht am Verlassen des Hauses und dem Befahren der Straße gehindert werden kann, profitiert er automatisch vom Gut „beleuchtete Straße“.
  • Auch die anderen Anwohner werden daher ihre Zahlungen einstellen, um das Gut kostenfrei nutzen zu können – bis niemand mehr für die Beleuchtung zahlt.


Dieses Problem gibt es bei fast allen öffentlichen Gütern. So könnten beispielsweise alle Bewohner eines Staates hohe Anstrengungen aufwenden, um die Umwelt sauber zu halten. Sie investieren etwa Geld in moderne Dämmungen ihrer Immobilien, verzichten auf den Kauf eines Autos und sortieren ihren Müll. Von diesen Aufwendungen profitieren jetzt aber auch solche Bürger, die sich nicht an diese Regelungen halten möchte.

Bei privaten Gütern existieren diese Probleme hingegen nicht. Wer nicht bereit ist, einen bestimmten Preis zu zahlen, wird ganz einfach von der Nutzung des Guts ausgeschlossen.

Bereitstellung öffentlicher und privater Güter

Weil private Güter ausschließlich bestimmten Individuen gegen Geld überlassen werden können, werden sie vom Markt angeboten. Angebot und Nachfrage bestimmten dabei über den Preis, die „unsichtbare Hand des Markets“ funktioniert. Bei öffentlichen Gütern ist dies nicht der Fall, weil letztlich alle Konsumenten „Trittbrettfahrer“ werden würden. Das Problem: Es besteht trotzdem eine Nachfrage nach den Gütern. Aus diesem Grund sprechen Volkswirte von Marktversagen, das nur durch staatliche Eingriffe verhindert werden kann:

  • Der Staat stellt das öffentliche Gut – wie beispielsweise die Straßenbeleuchtung – zur Verfügung. Über generelle Steuern beteiligen sich alle Konsumenten automatisch an den Kosten.
  • Mit der sogenannten Pigou-Steuer werden die Verursacher negativer externer Effekte bestraft. Wer beispielsweise ein besonders umweltschädliches Auto fährt, zahlt dann eine höhere Kraftfahrzeugsteuer. Durch die Einnahmen kann der Staat wiederum die Effekte der Umweltverschmutzung minimieren, indem etwa bestimmte Umweltschutzmaßnahmen eingeleitet und finanziert werden.

Öffentliche und private Güter – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Private Güter weisen Ausschließbarkeit und Rivalität auf, weshalb sie vom Markt angeboten werden können
  • Dies ist bei öffentlichen Gütern nicht der Fall, es kommt zum Marktversagen
  • Aus diesem Grund greift der Staat ein und stellt die Güter selbst bereit oder eliminiert negativer Effekte durch Steuern
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