Was ist Krisenmanagement?

Der Begriff des Krisenmanagements stammt eigentlich aus der Politik, findet seit Beginn der 1970er Jahre aber auch in der Betriebswirtschaftslehre Verwendung. Krisenmanagement meint dabei, das Unternehmen so zu führen, dass überlebenskritische Prozesse vermieden oder bewältigt werden.

Dabei kann es sich beispielswiese um Rückgänge der Nachfrage oder externe Schocks wie Gesetzesänderungen handeln.

Prozess des Krisenmanagements

Krisenmanagement findet im Unternehmen immer auf der Ebene der Unternehmensführung statt. Das Management ist dafür zuständig, Krisen klar zu identifizieren und entsprechende strategische Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Idealtypisch durchläuft das Krisenmanagement folgenden vier Phasen:

  • Identifikation von Krisen: Krisenmanagement beginnt, sobald das Management eine Krise tatsächlich erkannt hat. Der Zeitpunkt kann durchaus deutlich später eintreffen, als die eigentliche Krise. Je weiter die beiden Zeitpunkte auseinanderliegen, desto Größer ist die Gefahr, dass die Krise nicht mehr erfolgreich bekämpft werden kann.
  • Planung: In der Planungsphase des Krisenmanagements werden Ziele festgelegt, deren Erreichung für die Überwindung der Krise sorgt. Beispielsweise können Wertziele (z.B. Mindestumsatz), Sachziele (z.B. zukunftsträchtige Produkte) oder Humanziele (z.B. Sicherung von Arbeitsplätzen) festgelegt werden.
  • Steuerung: Anschließend müssen operative Maßnahmen ergriffen werden, durch welche die Zielerreichung gefördert wird. Beispielsweise führt das Management Rationalisierungsmaßnahmen durch oder entwickelt neue Produkte, die für Steigerungen des Umsatzes sorgen sollen.
  • Kontrolle: Die Kontrolle des Krisenmanagements findet nicht abschließend, sondern ergänzend zu Steuerung und Planung statt. Durch ein strukturiertes Controlling kann dann die aktuelle Zielerreichung beurteilt werden. Auch Zukunftsprognosen sind möglich, um gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen zu können.

Krisenmanagement als Institution

Früher oder später durchläuft jedes Unternehmen eine Krise. Wenn erst dann Strukturen geschaffen werden, um Krisenmanagement zu betreiben, ist die Existenz des Unternehmens stark gefährdet. Daher sollten bereits vor der ersten Krise klare Zuständigkeiten und Institutionen geschaffen werden, mit welchen die Schwächephase erfolgreich bewältigt werden kann.

Gemeint sind hier vor allem Führungspersonen, die für die strategische Ausrichtung des Unternehmens und damit auch die Bewältigung von Krisen verantwortlich sind. Dazu zählen vor allem das Management, die Aufsichtsgremien von Unternehmen, externe Berater und im Insolvenzfall auch ein Insolvenzverwalter.

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