Das Kanban - Prinzip

Kanban ist ein Beschaffungsprinzip, welches im Jahr 1947 in Japan entwickelt wurde.

Es wird vielfach als ein Hol-, Zuruf- oder Pull-Prinzip bezeichnet und sieht eine bedarfsgerechte Steuerung der Produktion vor.

Die Besonderheiten des Kanban Systems

Bei der Anwendung des Kanban Systems werden die Produktionsmengen nicht durch eine zentrale Stelle im Voraus geplant. Bei diesem System bewirken die internen oder externen Abnehmer, also die nachgelagerten Stellen im Unternehmen oder die Endkunden, dass ein Produkt produziert bzw. gestellt wird. Sobald ein bestimmter Bestand unterschritten wird, wird durch den Abnehmer eine Bestellung ausgelöst.

Bei der Anwendung vom Kanban System sieht jedes Unternehmen einen Mindestbestand vor. Dies bedeutet in der Praxis, dass zum Beispiel ein Supermarkt ein Produkt bereits dann bestellt, wenn ein bestimmter Wert unterschritten wird. Diese Vorgehensweise soll verhindern, dass ein bestimmtes Produkt in einem Supermarkt eine Zeit lang nicht erhältlich ist.

Um sicherzustellen, dass im Handel sowie in der Produktion stets ein Verkauf bzw. eine Weiterverarbeitung möglich ist, muss bei der Anwendung des Kanban Systems der Mindestbestand, der zu einer Auslösung einer Bestellung führt, so hoch gewählt werden, dass ein ausreichender Puffer vorhanden ist. Sollte die Lieferzeit für einen Werkstoff in einem Industrieunternehmen beispielsweise zwei Tage betragen, muss der Mindestbestand bei dem Werkstoff mindestens so hoch sein, dass das Unternehmen die Produkte noch mindestens zwei Tage herstellen kann.

Die Anwendung von einem Kanban System hat Vor- und Nachteile

Sollte sich ein Unternehmen für die Anwendung von einem Kanban System entscheiden, führt das dazu, dass das Unternehmen:

  • die Lagerbestände reduzieren kann
  • die Kapitalbindung verringern kann
  • die Durchlaufzeiten im Unternehmen verkürzen kann
  • die Lieferbereitschaft erhöhen kann
  • die Produktivität steigern kann

Aufgrund dieser Vorteile empfiehlt sich die Anwendung von einem Kanban System. Es gilt jedoch zu beachten, dass dem Unternehmen durch die Anwendung dieses Systems auch Nachteile entstehen können. So ist es zum Beispiel denkbar, dass dem Unternehmen durch die Fertigung bzw. Bestellung auf Zuruf höhere Kosten entstehen. Diese ist zum Beispiel dann der Fall, wenn dem Unternehmen durch das Auslösen einer Bestellung oder durch die Umrüstung einer Maschine zusätzliche Kosten entstehen. Sollte dies der Fall sein, empfiehlt es sich für das Unternehmen, im Rahmen einer Losgrößenplanung die optimale Menge zu ermitteln.
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