Was ist das Franchise Konzept?

Franchise bezeichnet eine Form der Kooperation, die weit über eine Lizenzvergabe hinausgeht.

Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass bei einem Franchisesystem sehr viele detaillierte Regelungen getroffen wurden sind.

Franchise – die Besonderheiten im Überblick

Bei Franchise handelt es sich um eine Kooperation, bei der es einen Franchise-Geber und einen Franchise-Nehmer gibt. Solche Kooperationen gibt es zum Beispiel im Bereich der Gastronomie oder der privaten Nachhilfe. Als Beispiele für diese Kooperationen in Form von Franchise sind „Hallo Pizza“ und „Schülerhilfe“ zu nennen.

Bei Franchise geht der Franchise-Geber mit dem Franchise-Nehmer einen langfristigen Vertrag ein. Dieser erlaubt dem rechtlich selbstständigen Franchise-Nehmer die vom Franchise-Geber rechtlich geschützten Waren und Dienstleistungen anzubieten.

Der Franchise-Nehmer darf Produkte bzw. Dienstleistungen verkaufen, die markenrechtlich geschützt sind. Dabei gilt jedoch zu beachten, dass für den Verkauf dieser Waren und Dienstleistungen bestimmte Regelungen gelten. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass der Franchise-Geber für den Vertrieb bestimmte Standards festgelegt hat. So kann es zum Beispiel sein, dass sich der Franchise-Nehmer bei der Ladengestaltung oder bei der Bekleidung der Mitarbeiter an bestimmte Vorschriften des Franchise-Gebers zu halten hat.

Der Franchise-Geber erhält von Franchise-Nehmer vielfach eine einmalige Gebühr. Die Höhe dieser Gebühr kann variieren und ist zum Beispiel von der Größe des Objekts und der Bekanntheit des Franchise-Gebers abhängig. Zumeist beläuft sich diese Gebühr von circa 10.000 bis 20.000 Euro. In der Regel müssen die Franchise-Nehmer neben der einmaligen Gebühr auch eine laufende Gebühr an den Franchise-Geber entrichten. Die Höhe dieser Gebühr ist in den meisten Fällen vom Umsatz abhängig und kann von Franchise-Geber zu Franchise-Geber variieren.


Franchise Systeme: Vor- und Nachteile im Überblick

Durch die Teilnahme an einem Franchise-System entstehen dem Franchise-Nehmer Kosten. Nichtsdestotrotz kann es sich für einen Existenzgründer lohnen, sich an ein Franchise-System anzuschließen. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass der Franchise-Nehmer vom Finanzierungs- und Absatzsystem des Franchise-Gebers profitieren kann. So bietet zum Beispiel ein Franchise-System den Vorteil, dass:

  • der Franchise-Nehmer unter einem bekannten Namen Produkte und Dienstleistungen anbieten kann
  • der Franchise-Nehmer durch den Einkauf zu den Konditionen des Franchise-Gebers von besseren Preisen profitieren kann
  • der Franchise-Nehmer bei seinen Werbemaßnahmen durch den Franchise-Geber unterstützt wird
  • der Franchise-Nehmer durch den Franchise-Geber bei Bedarf weitergebildet wird
  • der Franchise-Nehmer durch die Kooperation mit dem Franchise-Geber bei Banken vielfach günstigere Kredite erhalten kann

Aufgrund dieser Vorteile kann es sich für ein Unternehmen lohnen, eine Kooperation in Form von Franchise einzugehen. Allerdings sollte man vor Beginn einer solchen Kooperation unbedingt überprüfen, an welche Auflagen man durch diesen Vertrag gebunden ist. Es ist zum Beispiel denkbar, dass die unternehmerische Freiheit durch den Franchise-Vertrag eingeschränkt ist. So wird in solchen Verträgen vielfach geregelt, dass ein Franchise-Nehmer seine Waren nur von einem bestimmten Anbieter beziehen darf und keine anderen Produkte, als die des Franchise-Gebers anbieten darf. Solche Einschränkungen bei einem Vertrag reduzieren die unternehmerische Freiheit erheblich. Aus diesem Grund sollte man unbedingt überprüfen, ob man einen Vertrag zu solchen Bedingungen eingehen möchte.

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