ERP - „Enterprise Resource Planning“

Die Abkürzung ERP steht für „Enterprise Resource Planning“ (Unternehmensressourcenplanung). Ein ERP-System ist eine betriebswirtschaftliche Software für den individuellen Einsatz in Unternehmen.


Ein solches System verknüpft alle Informationen über




Gleichermaßen verbindet es


  • die Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung,
  • Kundendatenbanken,
  • die Lagerverwaltung,
  • die Auftragsverfolgung

und vieles mehr.


Die Module der ERP-Systeme werden ständig weiterentwickelt. Wenn ein Unternehmen über die Grundsoftware verfügt, muss es also lediglich die benötigten Zusatzmodule installieren. Die Systeme unterscheiden sich, je nach Zielbranche, in ihrer fachlichen Ausrichtung


  • nach der Anzahl der Endnutzer,
  • nach der Unternehmensgröße und
  • nach den notwendigen Technologien (Software-Plattformen, Programmiersprache, Datenbanken).

Einige Systeme bauen komplett auf Java auf. Andere setzen auf unterschiedliche Programmiersprachen. Auch die eingesetzten Datenbanksysteme können sich unterscheiden (zum Beispiel: MSSQL, Microsoft Access, Oracle). Ein großes Unternehmen benötigt eine Vielzahl komplexer Funktionen, vor allem dann, wenn es ein oder mehrere Tochterunternehmen anbinden möchte.


ERP Systeme - Ein geschichtlicher Abriss

Die Geschichte der ERP-Systeme begann mit den PPS-Systemen (Produktionsplanungssysteme) mit einer Anbindung an das Finanz- und Rechnungswesen. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Funktionen hinzu, zum Beispiel für die Logistik, das Personalwesen, das E-Business und das CRM (Customer Relationship Management).


Die Vergangenheit der ERP-Software steht in enger Verbindung mit der SAP AG-Geschichte (SAP bedeutet „Systemanalyse und Programmentwicklung). Das Unternehmen hatte auf dem ERP-Markt in den 90er Jahren eine Vormachtstellung. Das Hauptziel bestand darin, eine Software zu entwickeln, mit der Daten aus verschiedenen Funktionen verknüpft werden konnten. Die Software sollte einen reibungslosen Geschäftsbetrieb und eine verbesserte Prozessintegration gewährleisten. Es handelte sich um eine modulare Software, die eine Anpassung und Erweiterung an veränderte Rahmenbedingungen ermöglichte. Gegenüber anderen Softwarelösungen war dies ein großer Vorteil. Parallel wuchs der Markt für ERP-Systeme und viele Unternehmen erkannten zunehmend die Vorteile der Software.


Zu Beginn wurde die Software überwiegend von großen Unternehmen eingesetzt, die bereits über eine ausgereifte IT-Infrastruktur verfügten. Im Laufe der Zeit begann dann auch bei den mittelständigen und kleinen Betrieben ein Umdenken. Heute gibt es viele Anbieter, die sowohl kleine Module, die jeweils auf einem bestehenden Programm aufbauen, als auch komplette Vollversionen für alle Betriebsgrößen vertreiben. Die Systeme haben mittlerweile im Handel, in der Industrie und auch im Handwerk Fuß gefasst.

Die Funktionen von ERP

Eine ERP-Software kann folgende Funktionsbereiche haben:



  • Finanz- und Rechnungswesen
  • Materialwirtschaft - Beschaffung, Disposition, Lagerhaltung, Bewertung
  • Produktion
  • Controlling
  • Forschung und Entwicklung
  • Personalwirtschaft
  • Marketing und Verkauf
  • Stammdatenverwaltung


Der Funktionsumfang ergibt sich häufig aus der Größe des Unternehmens und aus den zur Verfügung stehenden Finanzen für Hardware, Lizenzen und Entwicklung. KMU (kleine und mittlere Unternehmen) benötigen häufig keine integrierten Rechnungswesen- und Controlling-Module. Auch stellen die verschiedenen Wirtschaftszweige oft unterschiedliche Anforderungen an die ERP-Systeme. Aus diesem Grund bieten große Anbieter mittlerweile Branchenlösungen an, die auf die unterschiedlichen Bedarfe zugeschnitten sind.


Alternativ können die Klein-Unternehmen auf preiswertere ERP-Systeme von kleinen ERP-Anbietern zurückgreifen, die nicht vollintegrativ sind. Empfehlenswert sind auch die sogenannten freien ERP-Systeme mit gewissen Einschränkungen, die insbesondere für Neueinsteiger und kleinere Firmen geeignet sind. Sie basieren auf der Grundlage von „Open Source-Lizenzen“ und können problemlos an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Außerdem kann ein Unternehmen sein Investitionsvolumen damit erheblich senken. Die Budgeteinsparungen für den Kauf können dann wiederum für Software-Anpassungen verwendet werden. Mit ihrer Konkurrenz können die freien Systeme durchaus mithalten. Allerdings sollten die Käufer stets auf Dinge wie Haftung, Service, Wartung und Weiterentwicklung achten. Die freien Systeme bieten im Gegensatz zu den lizenzgebundenen ERPs den Nutzern eine größere Unabhängigkeit vom Hersteller und damit eine bessere Zukunftssicherheit.

Webbasierte ERP-Systeme und ERP 2

Immer mehr Unternehmen entscheiden sich heute für webbasierte ERP-Produkte. Die Systemoberfläche wird dabei in einem Browser-Fenster angezeigt. Dadurch erhalten unternehmensexterne Personen ebenfalls Zugriff auf das System, ganz ohne Softwareinstallation. Auf diese Weise können sie direkt in einen Geschäftsprozess mit einbezogen werden. Diese Nutzungsmöglichkeit bietet sowohl einen zeitlichen als auch preislichen Vorteil. Die webbasierten Produkte bilden die Basis für die ERP 2-Systeme.


ERP 2 ist die neueste Generation der ERP-Software. Nun können die Module untereinander kommunizieren - das „Enterprise Resource Planning Modul“ (ERP) mit dem Supply Chain Management Modul (SCM), mit dem „Customer Relationship Management Modul“ (CRM). Informationen werden auf diese Weise automatisch abgeglichen und sind in Echtzeit verfügbar. Unternehmen können so über die Unternehmensgrenzen hinweg „sehen“ und „agieren“.

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